... Fluss- und Landschaft
Weinorte

Ahrtal von Blankenheim bis zum Rhein

Quelle der AhrDie Ahr entspringt unter einem Fachwerkhaus in Blankenheim einer Karstquelle und mündet nach 89 km in dem einzig natürlichen, linksrheinischen Mündungsgebiet bei Sinzig/Kripp in den Rhein.

Der Quelle entspringen ca. 12 Ltr. pro Sek. reinstes Quellwasser. Eine Reihe von Nebenflüsse verstärken die Ahr, ehe sie nach 413 m Gefälle und ca. 85 km Länge ihr Wasser dem Rhein überlässt.

Auf ihrem Weg ändert die Ahr mehrfach ihren Charakter, von einem Wiesenbach mit Viehweiden im Oberlauf, zu einem anwachsenden Fluss mit wechselnden Engstellen und sich weitenden Talsohlen, Umlaufbergen und wild romantischen Schleifen im Mittellauf, bis hin zur Weinahr im Mittel- und Unterlauf, mit einem breiter werdenden Tal, begleitet von Vulkankegeln wie dem Neuenahrer Berg und der Landskrone.

Ahrlandschaft im LangfigtalDer wild romantische Teil der Ahr mit vielen Windungen und Engstellen beginnt in Altenahr.

Das linke Bild zeigt die Ahr im Naturschutzgebiet Ahrschleife bei Altenahr "Langfigtal" (Flash-Galerie). Im Hintergrund ist der Felsen mit dem Teufelsloch zu erkennen.

Mehrfach ändert die Ahr ihre Flussrichtung. Fließt sie im Oberlauf in Richtung Südost, ändert sich die Richtung ab der ersten Engstelle bei Dorsel um 90 Grad in der Grundausrichtung nach Nordost und ab Altenahr im Bereich der Weinahr in östliche Ausrichtung, mit Ausnahme zwischen Rech und Dernau.

Der Name "Ahr" läßt sich aus dem altdeutschen "Aha" für Wasser ableiten. Im Dialekt der Unteren Ahr wird die Ah(r) auch heute noch als langgezogenes Ah gesprochen.

WEB-Galerie: Flusslandschaft Ahr von Blankenheim bis zum Rhein (HTML-Galerie mit erklärenden Texten)


Regionen der Ahr

Um den verschiedenen Charakteren der Ahr gerecht zu werden, ist eine Einteilung in mehrere Regionen sinnvoll: Obere (Junge) Ahr von Blankenheim bis Dorsel; Mittlere Ahr von Dorsel bis zur Engstelle der "Bunten Kuh" vor Walporzheim und die Untere Ahr von Walporzheim bis zur Mündung in den Rhein (Anzeige per Mouse-Over).


Obere Ahr ... von Blankenheim bis Dorsel

AhrquelleAus einer Karstquelle unter einem Fachwerkhaus von 1726 sprudeln beständig 12 Ltr/Sek aus dem Erdreich und lassen noch nicht erkennen, welche Bedeutung dem werdenden Fluss einmal im Mittel- und Unterlauf zugeschrieben werden.

BlankenheimAm Rande einer Kalk- und Dolomitmulde auf einer Höhe von 467 m über NN durchquert der Bach, eingefasst in einen offenen Kanal, Blankenheim, das Zentrum der Oberahrgemeinde mit insgesamt 17 Orten, einem schönen historischen Ortskern und einer Grafenburg aus dem 12. Jahrhundert, die heute als Jugendherberge genutzt wird.

Kaum der Karstquelle entsprungen speist der junge Bach den Schwanenteich in Blankenheim, in dessen Wasser sich die Grafenburg spiegelt.

Ahr als WiesenbachNach soviel Kultivierung, -eingefasste Quelle, Kanalisierung und eingefangen im Schwanenteich-, wird die Ahr nach Blankenheim als freier Wiesenbach in die Natur entlassen. Verstärkt durch eine Vielzahl an kleinen Bachzuflüssen nutzt die Ahr ihre neue Freiheit in ihrem Oberlauf großzügig aus.

Ahrlandschaft im OberlaufViehweiden, Bauernhöfe, die ersten Mühlen, z.B. die Lommersdorfer Mühle, wechseln sich ab. Das Tal wird breiter und gibt Platz für erste, im Tal gelegene Ortschaften, wie Ahrhütte (343 m NN) und Ahrdorf (320 m NN).

Der Ortsname, Ahrhütte, weist bereits auf frühere Verhüttung von Eisenerz, das im Bereich von Lommersdorf abgebaut und in Ahrhütte verhüttet wurde, hin.

Ahbach mit Nohner MühleBei Ahrdorf hat die Ahr bereits über 150 Höhenmeter verloren. Sie durchfließt im Wechsel Schiefer- und Sandsteinschichten des Unterdevon und Kalkmulden des Mitteldevon auf der Höhe des Lampertstals und der Ahrdorfer Kalkmulde. Sie steht kurz vor ihrer ersten Herausforderung der Engstelle bei Dorsel. Bevor sie diese im Tal nur ca. 40 Meter breite Engstelle passiert, wird die Ahr durch den Zufluss des Ahbaches verstärkt.

Das rechte Bild zeigt den Ahbach an der Nohner Mühle.

Wasserfall DreimühlenDer Namensvetter wartet mit dem Wasserfall Dreimühlen auf. Drei kleinere Karstquellen wurden beim Bau der Mittleren Ahrtalbahn (Eröffnung am 1. Juli 1912) zusammengefasst und unter dem Bahnkörper durchgeleitet. Die stark kalkhaltigen Wasser ließen an der Stelle der Durchleitung einen Vorsprung wachsen. Der starke Bewuchs mit Laubmoosen zusammen mit Kieselalgen beschleunigten diesen Prozess. Jährlich wächst der Vorsprung um bis zu 10 Zentimeter.

Mit der Engstelle bei Dorsel verlässt die Ahr die "Kalkeifel" und schneidet durchgehend Schiefer- und Sandsteinschichten des Unterdevonzeitalters an.

Aus dem Bach, dem man überspringen kann, ist ein Fluss geworden, den man durchwaten muss. Es beginnt die Region der Mittleren Ahr.


Mittlere Ahr ... von Dorsel bis zur "Bunten Kuh"

Ahrschleife bei DorselDie Ahrschleife bei Dorsel mit der ersten Engstelle ist der Einstieg in eine erwachsen werdende Ahr, der Hinweis auf einen sich ändernden Charakter mit mehreren Engstellen im Wechsel mit breiten Talsohlen und Mäander der Ahr.

Floß die Ahr in ihrem Oberlauf nach Südost, so macht sie bei Dorsel einen 90° Schwenk in ihrer Grundausrichtung nach Nordost. Diese Grundausrichtung hält sie mit kleineren Ausnahmen bis Altenahr bei.

Der linke Ausschnitt zeigt bei "Mouse-Over" das Landschaftsniveau.

Die Ahr hat sich bereits über 150 m in das Landschaftsprofil eingeschnitten, ehe sie bei Müsch erneut Verstärkung durch einen Nebenlauf, den Trierbach, der fast die Größe der Ahr hat, bekommt. Gemeinsam haben sie auf den nächsten Kilometer ein breites Tal geschaffen und mit Mäandern durchzogen.

Mündung Trierbach in die AhrIm Bild rechts mündet linker Hand der Trierbach in die Ahr.

Die Ahr passiert im weiteren Verlauf Antweiler, das zu Füssen des Aremberges, einem 623 m hohen Vulkan aus dem Tertiär, liegt. Der Aremberg ist der höchste Vulkan des Ahrgebirges. Die mächtige Basaltkuppel war über Jahrhunderte der Sitz der Herrschaft von Arenberg, ein Geschlecht 1166 erstmals erwähnt, später zur Grafschaft und Herzogtum Arenberg (1644) aufgestiegen.

Die mächtige Festung hielt lange den Franzosen stand, wurde aber 1682 durch die Franzosen eingenommen, die sie aber wegen einer versehentlichen Sprengung des Brunnens bereits 1683 wieder verließen. Die ehemaligen Herren bauten auf den Trümmern der Festung ein Schloß auf, das bis zum erneuten Einmarsch der Franzosen 1794 das Leben um den Aremberg bestimmte.

Aussichtsturm ArembergVulkan ArembergBereits 1803 gaben die Franzosen das Schloß endgültig auf und zum Abriß frei.

Der heute noch erhaltene Aussichtsturm wurde 1854 erbaut.

Linker Hand erhebt sich der Vulkankegel des Aremberges aus dem Ahrgebirge, im Vordergrund ländliche Eifellandschaft mit dem gleichnamigen Dorf Aremberg; das rechte Bild zeigt den Aussichtsturm und bei Mouse-Over einen Ausschnitt mit dem Wappen des Geschlechts von Arenberg, den Lilien.

Ahrverlauf bei SchuldNach der Ortschaft Fuchshofen mäandert die Ahr in einem sich verengenden Talbereich und schneidet auf dem ersten Höhepunkt bei Schuld die Faltenstruktur des Ahrgebirges gleich mehrfach an (rechte Grafik).

Diese Faltenstruktur, die während der Oberkarbonzeit (vor ca. 300 Mio Jahren) durch die gegeneinanderdrifteten Kontinentalplatten entstanden ist, wird in Schuld besonders anschaulich.

Ahr bei InsulDie Gesteinsstrukturen wechseln sich in rascher Abfolge von waagrechter in senkrechte Ausrichtung. Einen interessanten und lehrreichen Einblick in diesen Teil der Erdgeschichte gibt der Geo-Pfad in Schuld.

Schuld, das durch die Ahrschleife in 3 Orstteile geteilt wird, ist römischen Ursprungs (Gutshof), der urkundliche Nachweis kann aber erst ab 975 geführt werden.

Markante Felsformation und eine ruhige Badestelle in der Ahr bei Insul.

Nach den Windungen bei Schuld weitet sich das Ahrtal und bietet Platz für Wiesen und Äcker.

Bei Dümpelfeld macht die Ahr einen fast 90° Schwenk und nimmt einen der größten Nebenläufe, den Adenauerbach, auf. Für Ortsunkundige sieht das Tal des Adenauerbachs aus wie der natürliche Fortsatz des Ahrtals.

Alte Eisenbahnbrücke bei DümpelfeldDümpelfeld war ein Knotenpunkt der ehemaligen Bahnstrecken nach Adenau und an die Oberahr.

Das Bild rechts zeigt die alte Einsenbahnbrücke in Richtung der Oberen Ahr.

Aus einem erfahrenswerten, ruhigen Seitental fließt bei Liers ein weiterer Nebenlauf, der Liersbach, in die Ahr. Folgt man dem Liersbach und biegt hinter Obliers vor dem Heiligenhäuschen in einen Feldweg (zu Fuß oder Fahrrad) ein, gelangt man an der Bühlerlochmühle und Liersermühle vorbei nach einem kurzen Anstieg auf die Höhe bei Effelsberg.

Radioteleskop EffelsbergIn der Nähe von Effelsberg wurde in einer Senke das imposante Radioteleskop des Max-Plank-Instituts für Radioastronomie Bonn am 01.08.1972 in Betrieb genommen.

Es gehört mit 100 Metern Durchmesser zu den größten vollbeweglichen Radioteleskopen der Erde. Seit der Inbetriebnahme im Jahre 1972 wurde kontinuierlich an der Verbesserung seiner Technologie gearbeitet (z.B. eine neue Oberfläche der Antennen-Schüssel, bessere Empfänger für hochqualitative Daten, extrem rauscharme Elektronik), so dass es auch heute noch als eines der weltweit modernsten Teleskope gilt.

Das Teleskop wird unter anderem eingesetzt zur Beobachtung von Pulsaren, kalten Gas- und Staubwolken, Sternentstehungsgebieten, von Schwarzen Löchern ausgehenden Materiejets und von Kernen ferner Galaxien.

 

Quarzitfels TeufelsleyZurück im Ahrtal ragt aus dem Ahrgebirge oberhalb von Hönningen, das selbst auf einer kleinen Anhöhe, einer Mittelterrasse der Ahr, liegt, die markante Quarzformation Teufelsley hervor.

Dieses harte Quarzitgestein ist unter hohem Druck bei Erdverschiebungen entstanden, in Spalten nach oben gestiegen und wurde aus dem weicheren Schiefergestein ausgewittert.

Mit bis zu 18 m Höhe und 80 m Länge ist die Formation der größte zusammenhängende Quarzitfels Europas.

Der bei Brück/Ahrbrück in die Ahr fließende Kesselingerbach erhielt seinen Namen von dem in Ahrgebiet ältesten, historisch bezeugten Ort Kesseling. Im Prümer Urbar sind bereits 762 Besitzungen in diesem Bereich des Ahrgebirges erwähnt. In dem nach Westost ausgerichteten Seitental haben die Mönche der Klosterzelle "Casleoca" bereits an den Südhängen des Steinerberges Weinanbau betrieben. Teilweise noch vorhandenen Weinbergsmauern zeugen davon. Der Steinerberg, 530 m hoch, mit dem Steinerberghaus bietet einen weiten Blick ins Ahrgebirge.

 

Marienkapelle in PützfeldIm breiten Wiesental der Ahr liegt gegenüber von Pützfeld auf einem Felsvorsprung die 1681 erbaute Marienkapelle mit barocker Innenausstattung. Die innere Ausstattung (bis auf die Orgel) der Kapelle (Mouse-Over linkes Bild) ist noch original und wurde erst 1993 renoviert.

Burg KreuzbergDie ersten Weinbergsterrassen an der Burg Kreuzberg zeugen vom Beginn der "Weinahr". Die Burg Kreuzberg wurde 1343 auf einer Felserhebung über der Ahr erbaut. Sie kam über den Grafen Caspar Anton von der Heyen (1780) durch Heirat in den Besitz des erstmals 1363 urkundlich genannten Geschlechts deren von Boeselager. Der Widerstandskämpfer Philipp Freiherr von Boeselager übernahm 1949 die Burg, in der heute sein Sohn mit Familie wohnt.

Bei Kreuzberg fließen die letzten nennenswerten Nebenläufe, der Sahrbach und der Vischelbach, der Ahr zu. Das Sahrbachtal erschließt eine Landstraße, das kleinere Vischelbachtal ist nur über einen Feldweg zu erwandern.

 

Ab Kreuzberg bis zur "Bunten Kuh" bei Walporzheim zeigt die Ahr, welche traumhafte Flusslandschaft sie in Jahrmillionen freigelegt hat; Erdfaltungen, Mäander, Umlaufberge mit dem Höhepunkt bei Altenahr einem canyon-artigen Naturschutzgebiet, dem "Langfigtal" (Flash-Galerie), schroffen Erhebungen und senkrecht gestellter Meeresboden.

Ahrverlauf bei Altenahr

Ahrlandschaft im LangfigtalIm Langfigtal wurde am 14. Oktober 1983 von der Bezirksregierung Koblenz das 205 Hektar große Naturschutzgebiet „Ahrschleife bei Altenahr“ ausgewiesen. Schutzzweck ist die Erhaltung der Flusslandschaft mit ihren Felsbildungen aus wissenschaftlichen und naturgeschichtlichen Gründen – als Lebensraum seltener in ihrem Bestand bedrohter Vögel und wildwachsender Pflanzen sowie wegen ihrer besonderen landschaftlichen Schönheit und Eigenart.

Altenahr ist eingebettet in eine bizarre Felslandschaft. Erst 1834 schaffte der erste Straßentunnel Preußens eine Verbindung zwischen Dernau/Mayschoß und Altenahr. Bis zu diesem Zeitpunkt bot nur eine Straße über die Grafschaft die Möglichkeit des Warenverkehrs. Weitere Informationen siehe ... Weinort Altenahr

 

Ahr mit Burg AreÜber Altenahr wacht die Ruine der Burg Are, die über Jahrhunderte die Interessen der Herren von Köln wahrte.

Ahrtal bei ReimerzhovenNach dem Langfigtal schließt sich ein weiterer, canyon-artiger Verlauf der Ahr an. Die Talsohle ist kaum breiter als 50 m und bietet gerade Platz für die Bundesstraße B267 und kleinere Orte wie Reimerzhoven. Die Weinberge (Weinbergslage: Altenahrer Eck) werden nur von der Bundesstraße, die der Ahr abgerungen wurde, von dem Fluß getrennt. Das rechte Bild zeigt das Ahrtal bei Reimerzhoven von dem markanten Felsen der "Ravenley" mit Blick in Richtung Altenahr. Dieser Felsen zeigt die erdgeschichtlichen Verschiebungen und Faltungen eindrucksvoll auf (Mouse-Over).

 

Ahrverlauf an der LochmühlerleyNach der nächsten Flußbiegung liegt ein weiterer, kleinerer Ort Laach, ein Ortsteil von Mayschoß, der beim größten Hochwasser der Ahr 1804 fast völlig zerstört wurde. Die Ahr begibt sich auf eine weitere Schleife um die Lochmühlerley, aus dem der Basaltschlott der "Guckley" herausragt.

Ahr an der LochmühlerleyDas linke Bild zeigt die Lochmühlerley von der Teufelsley, im Hintergrund die Saffenburg und der Mönchberg bei Mayschoß.

Bei Mayschoß hat sich die Ahr in erdgeschichtlicher Zeit nochmals richtig in die Kurve gelegt, den schroffen Felsen der Saffenburg und den Umlaufberg Etzhardt geschaffen. Mayschoß ist von keinem der zahlreichen Aussichtspunkte komplett zu übersehen.

Weitere Informationen siehe ... Weinort Mayschoß

 

Ahrverlauf an der SaffenburgNach der Passage um die Ruine der Saffenburg weitet sich das Tal in Richtung Rech, ein Ort, der zu beiden Seiten der Ahr liegt und durch die älteste Steinbrücke (1723) der Ahr verbunden wird.

Ahrbrücke in RechDiese Brücke überstand als einzige fast unbeschadet die schweren Hochwasser von 1804 und 1910.

In 2008/2009 wurde die Brücke grundlegend saniert. Unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte wurde das Erscheinungsbild der Brücke weitgehend erhalten. Unterhalb der Brücke wurden zur Vermeidung der Unterspülung der Pfeiler schwere Wasserbausteine verbaut.

Weitere Informationen siehe ... Weinort Rech

 

Ahrverlauf bei Dernau

Bei Rech ändert die Ahr ihre Flussrichtung um ca. 90° und fließt durch eine breite Talebene, den Recher- und Dernauer-Auel, in Süd-Nord-Richtung gegen Dernau.

In dieser für den Weinanbau ungünstigen Nord-Süd-Richtung entwässerte die Ahr vor ca. 5 Millionen Jahren in der ausgehenden Tertiärzeit ursprünglich nach Norden in die absinkende Niederrheinische Bucht, dem heutigen Bett des Swistbaches folgend.Ahrverlauf bei Dernau

Erst erneute Erdbewegungen, die im Zusammenhang mit der quatärzeitlichen Bildung des Rheinischen Schiefergebirges stehen können, haben vor ca. 1 Million Jahren zu einem Absinken des Niveaus im Raum Bad Neuenahr/Ringen und zur östlichen Flussrichtung der Ahr ab Dernau geführt.

Im rechten Bild, das von Rech in Richtung Dernau in nördlicher Richtung aufgenommen wurde, ist das alte Flussbett der Ahr als muldenförmige Vertiefung am Horizont zu erkennen.

In Dernau könnte man behaupten, entschied sich die Existenz der heutigen Weinahr mit den bevorzugten Südlagen in ihrem Unterlauf.

Weitere Informationen siehe ... Weinort Dernau

 

Ahrverlauf bei MarienthalNach der 90° Wendung um den Krausberg tritt die Ahr letztmalig in einen weiteren, engen und windungsreichen Verlauf zwischen Marienthal und der "Bunten Kuh" ein.

In diesem engen Talabschnitt wirken auftretende Hochwasser der Ahr besonders bedrohlich (siehe Mouse-Over linkes Bild).

In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts rückte Marienthal für den nahegelegenen Regierungssitz Bonn mit dem Bau des "Regierungsbunkers" (Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland) in den Mittelpunkt. Die beiden Haupteingänge der nach dem Regierungsumzug Berlin stillgelegten Anlage liegen oberhalb der Klosteranlagen.

Weitere Informationen siehe ... Weinort Marienthal

 

Ahr an der Bunten KuhDie Felsen der "Bunten Kuh" sind nochmals ein Paradebeispiel für die erdgeschichtlichen Faltungen und die Erosionskraft der Ahr. Die senkrecht gestellten Felspartien haben bereits im 19. Jahrhundert viele Besucher begeistert.

Erst seit 1830 gibt es eine Strasse längst der Ahr. Zuvor musste der "Alte Weg" über den Trotzenberg gewählt werden.

An diesem natürlichen Tor der "Bunten Kuh" verläßt die Ahr die Mittlere Region und stößt an ihrer engsten Stelle in das sich weitende Tal der Unteren Region vor.


Untere Ahr ... von Walporzheim bis zum Rhein

Panorama Walporzheim"Bunte Kuh", das Tor zur Mittleren Ahr

Beispeilhaft zeigt das obere Bild den Übergang von einem engen, windungsreichen Flusstal in eine sich öffnende Landschaft mit sanfter werdenden Hügeln. Die Ahr hat schon längst ihr volle Größe erreicht. Nennenswerte Nebenläufe, die den Wasserhaushalt noch etwas auffrischen könnten, sind nicht mehr zu erwarten.

Markant sind nach den Durchbruch bei der "Bunten Kuh" die steilen Weinbergslagen von Walporzheim, die schon von je her einen sehr guten Ruf genießen.

Weitere Informationen siehe ... Weinort Walporzheim

 

Kloster Calvarienberg Die Ahr strömt am rechten Rand des Tales mit leichten Windungen den Berghängen folgend ihrem Mündungsgebiet entgegen. Bis etwa auf die Höhe des Klosters Calvarienberg (Postkarte von 1909 / R. G. 1909. 5096) ist die Ahr nur wenig reguliert, erst ab Ahrweiler wird die Ahr sanft in ihr Bett gezwungen.

Die alte historische Stadt Ahrweiler bietet neben der vollständig erhaltenen Stadtmauer einen sehenswerten Stadtkern, die Römervilla am Silberberg und seit wenigen Jahren den "Regierungsbunker", ein ca. 200 mtr. langes, erhaltenes Reststück der Anlage als Dokumentationsstätte des Regierungsbunkers im oberen Taleinschnitt zwischen Silberberg und Kuxberg, rund 800 mtr. von Ahrweiler entfernt.

Weitere Informationen siehe ... Ahrweiler

 

Renaturierung der Ahr in Bad NeuenahrIn den letzten Jahren wurde die Ahr weitestgehend renaturiert.

Wehre, Gleitflächen, kleinere Staustufen und andere Hindernisse, die den freien Zug der Fische behindern könnten, wurden mit erheblichen Aufwand beseitigt und ein möglichst natürlicher Wasserverlauf geschaffen.

Die linken Bilder zeigen Renaturierungsmaßnahmen in Bad Neuenahr auf der Höhe der Spielbank (Mouse-Over: nach der Renaturierung).

ahr_neuenahrAuf der Höhe der Kur- und Geschäftsstadt, Bad Neuenahr passiert die Ahr den Vulkankegel des Neuenahrer Berges.

Das rechte Bild zeigt den regulierten Verlauf der Ahr im Bereich von Bad Neuenahr-Ahrweiler auf der Höhe des Peter-Joerres-Gymnasiums.

Weitere Informationen siehe ... Bad Neuenahr

 

Ahr an der LandskroneNach dem regulierten Verlauf der Ahr innerhalb des Stadbereiches von Bad Neuenahr-Ahrweiler gleitet die Ahr an der Südseite des Vulkankegels der Landskrone und an den Orten Heppingen und Heimersheim vorbei.

Weitere Informationen siehe ... Heppingen und Heimersheim

 

Die letzten Weinbergslagen (Heimersheimer Kapellenberg und Landskrone) begleiten die Ahr. Die Hänge werden flacher, das Tal weitet sich und geht in Acker- und Weideland über. Ehemalige Weinbergslagen bei Bad Bodendorf fielen Ende des 1900 Jahrhunderts der Reblaus zum Opfer.

 

AhrmündungBei der Barbarossastadt Sinzig erreicht die Ahr die Goldene Meile und ihr natürliches Mündungsgebiet.

Naturschutzgebiet AhrmündungBereits 1977 wurde das Naturschutzgebiet "Mündungsgebiet der Ahr" ausgewiesen und 1981 auf ca. 16 ha erweitert.

Die Dynamik von Auf-, Ab- und Umlagerungen von Schlick-, Sand-, Kies- und Schottermassen im Mündungsgebiet der Ahr fördert und erhält selten gewordene Lebensräume wie Kiesbänke und Schlammflächen und damit auch die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten.

Mündung der Ahr in den RheinDie Mündungsarme werden begleitet von Erlen- und Eschenauenwald und liegen eingebettet in feuchten Hochstaudenfluren und Mähwiesen.

Als einziger linksrheinischer Nebenfluss ist der Ahr auf ihren letzten Metern ein naturbelassener Verlauf gegönnt. Lediglich direkt bei der Mündung in den Rhein erzwingt eine Fußgänger- und Fahrradbrücke eine letzte Regulierung.

Zu manchen Jahreszeiten ist nach ca. 85 km Flusslauf und 413 Höhenmetern von der kraftvollen Quelle und den Nebenflüssen der Ahr so wenig übrig geblieben, dass nur noch ein kleines Rinnsal die letzten Meter über den Kies bis zum Rhein findet.