... Rebsortenspiegel
Weinorte

Dominierender Anteil roter Rebsorten

Weinanbauflächen Ahr

Die in den 70er Jahren einsetzende Entwicklung hin zu den roten Rebsorten insbesondere zum Spätburgunder (Pinot Noir) hat in den letzten Jahren mit 475 ha (84,2%) gegenüber den weißen Rebsorten 88 ha (15,8%) einen Höchststand erreicht. Die Anbaufläche 564 ha hat sich gegenüber dem Jahr 2009 um 7 ha erhöht, wobei überraschend wieder ein Zuwachs bei den weißen Rebsorten zu verzeichnen ist.

Das Weinanbaugebiet Ahr mit 564 ha rangiert mittlerweile vor dem benachbarten Weinanbaugebiet Mittelrhein mit 449 ha (2014).

Der Klimawandel mit steigenden Durchschnittstemparaturen macht die Erschließung brachliegender Weinbergsflächen, auch in Steillagen wirtschaftlich. Schließlich verfügte die Ahr einmal über eine Anbaufläche von über 1.000 ha.


Entwicklung in den letzten 50 Jahren

Entwicklung Hauptrebsorten der Ahr in ha
Rebsorten 1964 1972 1979 1989 1999 2009 2013 2014 Veränderung
2013 zu 2014
Spätburgunder 103 122 120 238 296 343 354 356 + 0,9%
Frühburgunder 4 3 3 9 22 36 37 37 - 0,4%
Portugieser 147 145 118 95 73 41 30 28 - 7,9%
Regent         3 19 20 20 + 0,1%
Dornfelder     3 16 22 17 14 13 - 3,2%
Domina     10 6 7 10 10 9 - 0,7%
Sonstige   2 5 8 8 12 12 12  
Rote Rebsorten 254 272 259 372 431 478 475 475 0,0%
Riesling 102 114 74 51 44 44 46 46 0,0%
Müller-Thurgau 71 81 64 42 32 15 16 15 - 3,5%
Weißburgunder 2       1 10 14 15 + 4,4%
Grauburgunder     1 1 2 3 4 4 + 0,0%
Sonstige 15 16 11 13 10 7 9 9  
Weiße Rebsorten 190 211 150 107 89 79 88 89 + 0,6%
Gesamt 444 483 408 477 519 557 563 564 + 0,1%
Basisdaten: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz 56130 Bad Ems / Differenzen in den Summe können sich durch Auf- und Abrundungen ergeben.

Die Entwicklung hin zu anspruchsvolleren und qualitativ hochwertigeren Rebsorten setzte ab 1972 in Verbindung mit der bereits seit 1957 laufenden Flurbereinigung ein.

Der Spätburgunder verdrängte sowohl den Portugieser, als auch die weißen Rebsorten.

Die Dominanz der roten Rebsorten, insbesondere des Spätburgunders war vor ca. 50 Jahren weniger ausgeprägt. Bei den roten Rebsorten lag der Portugieser mit 147 ha vor dem Spätburgunder mit 103 ha, gefolgt vom Riesling mit 102 ha.


In den 80er Jahren hielt das kleine Eichenholzfaß mit 225 l (Barrique) Einzug ins Ahrtal.

Die Entwicklung hin zu anspruchsvolleren Rebsorten und ausdrucksstarken Weinen wurde wesentlich von einer neuen Generation von Winzern geprägt und von der gestiegenen Finanzkraft der Weinliebhaber getragen. "Bekanntlich ernährt der beste Wein im Keller nicht den Winzer." Die höheren Ansprüche der Weinliebhaber erleichterte den Winzern die Entscheidung zu anspruchsvolleren Sorten und Weinen.
Mittlerweile steht die nächste Generation nicht nur nicht mehr in den Startlöchern, sondern mischt, bestens ausgebildet, teilweise mit Erfahrungen im Ausland, bereits kräftig mit. Erfreulich auch die Entwicklung im Aussenbetrieb. Engagierte Jungwinzer pflanzen auch schwierige Weinbergslagen wieder auf.


Erstaunliche Rebsortenvielfalt

Ahr 2014
564 ha 100%
Rote Sorten 475 ha 84,2 %
Spätburgunder 356 ha 63,1 %
Frühburgunder 37 ha 6,5 %
Portugieser 28 ha 5,0 %
Regent 20 ha 3,5 %
Dornfelder 13 ha 2,3 %
Domina 9 ha 1,6 %
Acolon 3 ha 0,5 %
Dunkelfelder 2 ha 0,4 %
Cabernet Mitos 1 ha 0,2 %
Cabernet Sauvignon 1 ha 0,2 %
Dakapo 1 ha 0,2 %
Merlot 1 ha 0,2 %
Weiße Rebsorten 89 ha 15,8 %
Riesling 46 ha 8,1 %
Müller-Thurgau 15 ha 2,6 %
Weißburgunder 15 ha 2,6 %
Grauburgunder 4 ha 0,7 %
Kerner 2 ha 0,4 %
Solaris 2 ha 0,4 %
Chardonnay 1 ha 0,2 %
Johanniter 1 ha 0,2 %
Ortega 1 ha 0,2 %
Basisdaten: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Mainzer Str. 14-16, 56130 Bad Ems

Rote Rebsorten

Mit ca. 84% dominieren heute die roten Rebsorten das Weinanbaugebiet Ahr, wobei mit 354 ha der Spätburgunder die führende Rolle einnimmt. Bei den weißen Rebsorten, deren rückläufiger Trend mittlerweile gestoppt wurde, behauptet der Riesling mit 46 ha die Spitzenposition.

Der Frühburgunder (Pinot Madeleine), dem an der Ahr schon immer eine besondere Bedeutung zukam, wurde in den letzten Jahren vermehrt (+ 11 ha) angebaut, mit mittlerweile 37 ha (6,5 %) ein im Vergleich zur Anbaufläche in Rheinland-Pfalz (205 ha / 0,3 %) beachtlich hoher Anteil.
Der Neuzugang Regent hat mittlerweile mit 20 ha die Rebsorten Dornfelder und Domina überholt. Ergänzt wird das Sortiment mit den Rebsorten Acolon, Cabernet Mitos, Cabernet Sauvignon, Dakapo und Merlot, sowie mit Anbauflächen < 0,5 ha durch Cabernet Cubin, Cabernet Dorsa, Cabernet Franc, Müllerrebe und Saint Laurent.

Weiße Rebsorten

Der Abwärtstrend der weißen Rebsorten scheint nach deren Höchststand mit 211 ha im Jahre 1972 gestoppt. Die Anbaufläche nahm gegenüber dem Jahr 2009 um 10 ha auf 89 ha zu. Vor allem auf den Schiefer- und Basaltböden bringt der Riesling hervorragende Qualitäten. Der Müller-Thurgau wird als Rivaner ein kleines Comeback feiern. Eine interessante Entwicklung nehmen Grauburgunder und insbesondere der Weißburgunder mit einem Sprung von 1 ha (1999) auf nunmehr 15 ha. Ergänzt wird das Sortiment durch die Rebsorten Kerner, Johanniter, Ortega und Solaris, eine frühreifende Neuzüchtung, die insbesondere zu Federweißer verarbeitet wird. Mit einer Anbaufläche jeweils kleiner 0,5 ha sind noch die Rebsorten Bacchus, Gewürztraminer, Huxelrebe, Optima, Malinger (Weingut Joh. Jak. Hostert), Regner und Würzer an der Ahr anzutreffen.

Um dem Wunsch der Kunden nach weißen Sommerweinen Rechnung zu tragen, greifen verschiedene Weinbaubetriebe der Ahr (z.B. die Ahr-Winzer e.G., sowie einige Weingüter) zusätzlich auf Anbauflächen an Mittelrhein und Mosel zu, oder ergänzen ihr Sortiment in Zusammenarbeit mit Winzer von der Nahe (Weingut Adeneuer).