... Rebsortenspiegel
Weinorte

Dominierender Anteil roter Rebsorten

Weinanbauflächen Ahr

Die in den 70er Jahren einsetzende Entwicklung hin zu den roten Rebsorten insbesondere zum Spätburgunder (Pinot Noir) hat in den letzten Jahren mit 470 ha (83,5%) gegenüber den weißen Rebsorten 93 ha (16,5%) einen Höchststand erreicht. Die Anbaufläche 563 ha hat sich gegenüber dem Jahr 2009 um 6 ha erhöht, wobei überraschend wieder ein Zuwachs bei den weißen Rebsorten zu verzeichnen ist.

Das Weinanbaugebiet Ahr mit 563 ha rangiert mittlerweile vor dem benachbarten Weinanbaugebiet Mittelrhein mit 448 ha (2016).

Der Klimawandel mit steigenden Durchschnittstemparaturen macht die Erschließung brachliegender Weinbergsflächen, auch in Steillagen wirtschaftlich. Schließlich verfügte die Ahr einmal über eine Anbaufläche von über 1.000 ha.


Entwicklung in den letzten 50 Jahren

Entwicklung Hauptrebsorten der Ahr in ha
Rebsorten 1964 1972 1979 1989 1999 2009 2015 2016 Veränderung
2015 zu 2016
Spätburgunder 103 122 120 238 296 343 359 364 + 1,4%
Frühburgunder 4 3 3 9 22 36 36 35 - 2,8%
Portugieser 147 145 118 95 73 41 25 22 - 10,8%
Regent         3 19 19 19 + 0,3%
Dornfelder     3 16 22 17 12 11 - 9,0%
Domina     10 6 7 10 10 9 - 2,9%
Sonstige   2 5 8 8 12 8 8  
Rote Rebsorten 254 272 259 372 431 478 471 470 - 0,1%
Riesling 102 114 74 51 44 44 46 46 0,7%
Müller-Thurgau 71 81 64 42 32 15 15 15 - 2,1%
Weißburgunder 2       1 10 16 17 + 4,1%
Grauburgunder     1 1 2 3 5 6 + 20,1%
Sonstige 15 16 11 13 10 7 7 6  
Weiße Rebsorten 190 211 150 107 89 79 92 93 + 1,7%
Gesamt 444 483 408 477 519 557 562 563 + 0,2%
Basisdaten: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz 56130 Bad Ems / Differenzen in den Summe können sich durch Auf- und Abrundungen ergeben.

Die Entwicklung hin zu anspruchsvolleren und qualitativ hochwertigeren Rebsorten setzte ab 1972 in Verbindung mit der bereits seit 1957 laufenden Flurbereinigung ein.

Der Spätburgunder verdrängte sowohl den Portugieser, als auch die weißen Rebsorten.

Die Dominanz der roten Rebsorten, insbesondere des Spätburgunders war vor ca. 50 Jahren weniger ausgeprägt. Bei den roten Rebsorten lag der Portugieser mit 147 ha vor dem Spätburgunder mit 103 ha, gefolgt vom Riesling mit 102 ha.


In den 80er Jahren hielt das kleine Eichenholzfaß mit 225 l (Barrique) Einzug ins Ahrtal.

Die Entwicklung hin zu anspruchsvolleren Rebsorten und ausdrucksstarken Weinen wurde wesentlich von einer neuen Generation von Winzern geprägt und von der gestiegenen Finanzkraft der Weinliebhaber getragen. "Bekanntlich ernährt der beste Wein im Keller nicht den Winzer." Die höheren Ansprüche der Weinliebhaber erleichterte den Winzern die Entscheidung zu anspruchsvolleren Sorten und Weinen.
Mittlerweile steht die nächste Generation nicht nur nicht mehr in den Startlöchern, sondern mischt, bestens ausgebildet, teilweise mit Erfahrungen im Ausland, bereits kräftig mit. Erfreulich auch die Entwicklung im Aussenbetrieb. Engagierte Jungwinzer pflanzen auch schwierige Weinbergslagen wieder auf.


Erstaunliche Rebsortenvielfalt

Ahr 2016
563 ha 100%
Rote Sorten 470 ha 83,5 %
Spätburgunder 364 ha 64,6 %
Frühburgunder 35 ha 6,3 %
Portugieser 22 ha 3,9 %
Regent 19 ha 3,3 %
Dornfelder 11 ha 1,9 %
Domina 9 ha 1,6 %
Acolon 2 ha 0,4 %
Dunkelfelder 2 ha 0,4 %
Cabernet Mitos 1 ha 0,2 %
Cabernet Sauvignon 1 ha 0,2 %
Dakapo 1 ha 0,2 %
Merlot 1 ha 0,2 %
Weiße Rebsorten 93 ha 16,5 %
Riesling 46 ha 8,2 %
Müller-Thurgau 15 ha 2,7 %
Weißburgunder 17 ha 3,0 %
Grauburgunder 6 ha 1,0 %
Kerner 2 ha 0,4 %
Solaris 3 ha 0,5 %
Chardonnay 1 ha 0,2 %
Johanniter 1 ha 0,2 %
Ortega 1 ha 0,2 %
Basisdaten: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Mainzer Str. 14-16, 56130 Bad Ems

Rote Rebsorten

Mit 83,5% dominieren heute die roten Rebsorten das Weinanbaugebiet Ahr, wobei mit 364 ha der Spätburgunder die führende Rolle einnimmt. Bei den weißen Rebsorten, deren rückläufiger Trend mittlerweile gestoppt wurde, behauptet der Riesling mit 46 ha die Spitzenposition.

Der Frühburgunder (Pinot Madeleine), dem an der Ahr schon immer eine besondere Bedeutung zukam, wurde in den letzten Jahren vermehrt angebaut, mit mittlerweile 35 ha (6,3 %) ein im Vergleich zur Anbaufläche in Rheinland-Pfalz (199 ha / 0,3 %) beachtlich hoher Anteil.
Der Regent stagniert auf ca 19 ha. Die Rebsorten Dornfelder und Domina sind weiterhin rückläufig. Ergänzt wird das Sortiment mit den Rebsorten Acolon, Cabernet Cortis, Cabernet Mitos, Cabernet Sauvignon, Dakapo, Merlot, Rotberger und Zweigeltrebe mit jeweils ca. 1 ha, sowie mit Anbauflächen < 0,5 ha durch Cabernet Cubin, Cabernet Dorsa, Cabernet Franc, Müllerrebe und Saint Laurent.

Weiße Rebsorten

Der Abwärtstrend der weißen Rebsorten scheint nach deren Höchststand mit 211 ha im Jahre 1972 gestoppt. Die Anbaufläche nahm gegenüber dem Jahr 2009 um 14 ha auf 93 ha zu. Vor allem auf den Schiefer- und Basaltböden bringt der Riesling hervorragende Qualitäten. Der Müller-Thurgau ist weiterhin leicht rückläufig. Eine interessante Entwicklung nehmen Grauburgunder (6 ha) und insbesondere der Weißburgunder (17 ha) mit einem Sprung von 3 ha (1999) auf nunmehr 23 ha. Ergänzt wird das Sortiment durch die Rebsorten Kerner, Johanniter, Ortega und Solaris, eine frühreifende Neuzüchtung, die insbesondere zu Federweißer verarbeitet wird. Mit einer Anbaufläche jeweils kleiner 0,5 ha sind noch die Rebsorten Bacchus, Gewürztraminer, Huxelrebe, Optima, Malinger (Weingut Joh. Jak. Hostert), Regner und Würzer an der Ahr anzutreffen.

Um dem Wunsch der Kunden nach weißen Sommerweinen Rechnung zu tragen, greifen verschiedene Weinbaubetriebe der Ahr (z.B. die Ahr-Winzer e.G., sowie einige Weingüter) zusätzlich auf Anbauflächen an Mittelrhein und Mosel zu, oder ergänzen ihr Sortiment in Zusammenarbeit mit Winzer von der Nahe (Weingut Adeneuer).